„Die Zulassungsvoraussetzungen für Medizinprodukte sind nach wie vor nicht ausreichend“, sagt Medizinrechtler Jörg Heynemann.“Medizinprodukte-Hersteller können sich ein CE-Zertifikat irgendwo besorgen, meinetwegen auch im Ausland. Da ist dringend Reformbedarf. Es gibt mehrere Hersteller, die entsprechend fehlerhafte Produkte herstellen.“ Eva Maria Bitzer, die für die Barmer-Krankenkasse Knieoperationen untersucht hat, schildert: „3 von 100 Hüften sind nach drei Jahren ein weiteres Mal operiert worden.“ Bei Knien seien dies 6 von 100. Orthopäden fordern deshalb nationales Register für alle operierten Kunstgelenke. Mit einem solchen Endoprothesenregister, das in den skandinavischen Ländern bereits existiere, könne man fehlerhafte Produkte und Defizite in der Behandlung erkennen, sagt der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie, Joachim Hassenpflug. Häufig werde ein Fehler erst bemerkt, wenn sich die Prothese vom Knochen gelöst habe und ausgetauscht werden müsse.